Sonntag, 31. Juli 2016

Dutch woman who survived five days lost in Victorian wilderness used 'bushcraft'

Woman who survived five days lost in thick forest in eastern Victoria has been praised for use of "bushcraft", including building a hut, and using mud as a sunscreen and river moss to keep warm.

Veronique Biunkens, who is from the Netherlands, was staying at the SIBA Buddhist Centre, between Buchan and Gelantipy, when she left for a walk last Thursday.
She quickly became lost in thick bushland that does not have walking tracks, but it was four days before she was reported missing to police.
Victoria Police Inspector Mark Edwards said it was the first time he had seen someone survive after being lost for that length of time.
Her clothing was stuffed with river moss and she's used the river moss to keep herself warm during the night. It's acted like a bit of a doona.
Mark Edwards, Victoria Police

"When they found her she was absolutely covered in mud from head to toe, and she's told the searchers she's put the mud all over her to protect herself from the sun during the day," he said.
"Her clothing was stuffed with river moss, and she's used the river moss to keep herself warm during the night. It's acted like a bit of a doona."
He said Ms Biukens set up camp near a river bed so she would have access to water when she realised she was lost.
"She found two logs that were relatively close together, and she's used some branches and leaves and bracken from the bush to make herself a little hut," he said.
"She's been very, very smart, and used some bushcraft to keep herself alive."
Ms Biunkens was found by rescuers less than two kilometres away from where she had gone missing.
But Inspector Edwards said it was a good thing she stayed in one spot once she realised she was lost.
"People always say when you start walking in the bush and you lose all sense of direction you basically end up going round in circles, and you can end up really hopelessly lost," he said.
"So stay put, don't keep walking, and if you've got shelter and water, it's probably not a bad place to stay."
Ms Biukens survived the five days on water from the creek bed but did not have any food.
Despite the ordeal, rescuers said she was doing well when she was found.

Frau ueberlebt neun Tage allein im Wald

Tagelang ist in der Pfalz eine Frau in einem Wald verschwunden. Als die Suche schon fast aufgegeben wurde, wird sie entdeckt. Doch wie konnte die 42-Jährige neun Tage überleben?
Eine vermisste Frau ist in der Pfalz nach neun Tagen lebend im Wald gefunden worden. Die Frau ist 42 Jahre alt, Mutter von drei Kindern und wohnt in dem 1850-Seelen-Dorf St. Martin. Sie verschwand am 11. Mai, ihr Mann meldete sie am 13. Mai als vermisst. Polizei und Feuerwehr suchten daraufhin tagelang mit einem Großaufgebot nach der Frau. Sogar Hunde und ein Hubschrauber waren im Einsatz.
Ihr Wagen wurde am Pfingstmontag entdeckt, er stand an einem Waldweg und war abgeschlossen. Von der Frau fehlte jedoch jede Spur. Am Freitag stellte die Polizei die Suche dann ein. Es gab eigentlich keine Hoffnung mehr, doch ein paar Bürger taten sich zusammen und suchten weiter. Sie waren es, die schließlich am Freitag die Frau an einem Bach liegend entdeckten. Das berichtet der Ortsbürgermeister Timo Glaser. Sie soll an einer unwegsamen Stelle eines Hanges gelegen haben - nur 300 Meter Luftlinie entfernt von ihrem Auto.
Die Frau war ansprechbar, aber schwach und stark unterkühlt. Sie sei in ein Krankenhaus in Kaiserslautern gebracht worden. Wie die Mutter die lange Zeit im Wald überleben konnte, sei noch unklar, sagte Glaser. Auch der Grund ihres Verschwindens blieb zunächst offen. Die Frau habe dazu noch nicht befragt werden können. Die Freude in dem Dorf St. Martin sei übergroß. "Der Familie ist ein riesiger Steinbrocken vom Herzen gefallen", sagte der Bürgermeister.

Samstag, 30. Juli 2016

Verirrter Brite aus Outback gerettet

Eine vermeintliche Abkürzung führt Geoff Keys tief in einen australischen Nationalpark

Barfuß und ohne Lebensmittel irrt der britische Tourist zwei Tage lang in der Wildnis umher - bis eine Botschaft im Sand die Rettung bringt.

Diesen Ausflug wird Geoff Keys sein Leben lang nicht vergessen. Der 63-jährige Brite war zwei Tage in der australischen Wildnis verschollen. Nur mit Shorts bekleidet, einem T-Shirt, ohne Schuhe oder Lebensmittel.
Dabei lief alles genauso, wie er sich den Urlaub mit seinen Freunden im australischen Jardine Nationalpark in Queensland vorgestellt hatte. Er genoss die Natur, fühlte sich frei und abenteuerlustig. Doch mit einem Ausflug zum See sollte das Abenteuer erst richtig beginnen. Als Keys nach dem Schwimmen in sein Camp zurückkehren will, entscheidet er sich gegen denselben, langen Weg zurück. Stattdessen entscheidet er sich für die kurze Strecke durch die Wildnis. "Ich war überzeugt, dass der Weg ganz in der Nähe war", berichtete er laut "Telegraph".
Ein fataler Irrtum wie sich schnell herausstellen sollte, denn der vermeintliche Weg war nicht in der Nähe. Zwei Tage irrte Keys durch das Outback. Bis er schließlich an einen Strand kommt und er sich an einen altbekannten Trick erinnert. Er zeichnet einen Notruf in den Sand, der auch von weit oben gut erkennbar ist: "HELP 2807". Die Ziffern sind ein Hinweis auf das Datum seines Verschwindens. Keys hat Glück, bereits wenige Stunden später entdeckte eine Suchmannschaft im Helikopter das SOS-Zeichen im Sand.

Er fühle sich "dämlich, aber glücklich", schrieb Keys später in einem Blog-Eintrag. Seinen Angaben zufolge erlitt er lediglich Verletzungen an den Füßen. "Es tut mir leid, dass ich meinen Freunden und meiner Familie Sorgen bereitet habe. Bitte glaubt mir: Das mache ich nicht noch einmal."

Kein Wasser, nur Ameisen Australier überlebt sechs Tage im Outback

Im trockenen australischen Outback sterben immer wieder Menschen, die eine Panne haben oder sich verlaufen. Um die Notsituation zu überstehen, sollte man sich in der Wildnis zu helfen wissen. Einen Jäger rettet nun eine Mahlzeit für Überlebenskünstler. 


Durch den Verzehr von Ameisen hat ein versierter Jäger unter sengender Sonne im australischen Hinterland überlebt. Reg Foggerdy habe keinen Tropfen Wasser gehabt, berichtete die Polizei in Westaustralien. Sie habe den 62-Jährigen nach einer groß angelegten Suchaktion unter einem Baum gefunden, ausgemergelt und desorien
tiert. "Er hat Erste Hilfe bekommen, sitzt aufrecht und redet - es sieht alles gut aus", sagte Polizist Andy Greatwood im Rundfunk.


Der Mann war nach Polizeiangaben vergangene Woche mit seinem Bruder zu dem bei Jägern beliebten abgelegenen Campingplatz Shooter's Shack gefahren. Er liegt am Wüstenrand bei Laverton rund 1100 Kilometer nördlich von Perth. Der Mann sei an einem Tag auf der Jagd nach wilden Kamelen nur mit einem Gewehr, in T-Shirt, kurzer Hose, Schlappen und Schirmmütze losmarschiert und habe sich verirrt.
Die Familie alarmierte die Polizei, als er nach 24 Stunden nicht zurückkehrte. Diese schickte Fährtensucher und Hubschrauber los. Die Fährtensucher entdeckten am Wochenende frische Fußspuren am Boden und verfolgten sie 15 Kilometer, bis sie den Mann fanden. Seine Frau sprach von einem Wunder.

Auch Autopannen sind gefährlich

Dass Foggerdy sechs Tage ohne Wasser in einem Wüstenklima überlebt hat, ist bemerkenswert. Internisten gehen normalerweise von maximal drei bis vier Tagen aus, die ein gesunder Mensch ohne Wasser aushält. Der australische Outback ist berüchtigt. Über Tausende Kilometer gibt es dort keine Ortschaften und oft kaum Schatten, bei Temperaturen, die deutlich über 40 Grad liegen können.

Im Januar war ein Mann in der Gegend umgekommen, nachdem sein Auto mit einer Panne liegengeblieben war. Er wollte 60 Kilometer zum nächsten Ort laufen und Hilfe holen, wurde aber tot auf der Straße gefunden. Seine Begleiterin, die bei dem Auto geblieben war, wurde gerettet.
Auch ein Lkw-Fahrer überlebte im Januar unter ähnlichen Umständen in Westaustralien nicht. Die Polizei empfiehlt, in abgelegenen Regionen eine Notfunkbake mitzunehmen. Rettungskräfte können die Geräte orten.

 Australische Familie nach 11 Tagen aus Outback gerettet

Taroom (Australien) – Steven van Lonkhuyzen (37) wollte mit seinen Söhnen Ethan (7) und Timothy (5) von Brisbane ins knapp 1700 Kilometer entfernte Cairns fahren. Stattdessen landete die Familie tief im Outback – und kämpfte dort elf Tage lang ums Überleben!
► Van Lonkhuyzen war auf dem Weg in den Norden Australiens falsch abgebogen. Darum landete er in einem abgelegenen Nationalpark. Dort blieb sein Auto im Schlamm stecken! 300 Kilometer von dem Ort entfernt, wo die Familie zuletzt gesehen worden war …
Das Trio musste unter widrigsten Bedingungen ausharren. Vater und Kinder rationierten ihr Essen, hatten keinen Handyempfang, die Temperaturen stiegen auf bis zu 38 Grad. Die Rettungskräfte stellte auch das Suchgebiet vor Probleme: Die Region ist felsig, schroff und abgelegen.
„Das Areal umfasst mehrere Hunderttausend Quadratkilometer Land. Einige Teile davon waren wegen lokaler Überflutungen unpassierbar“, sagte Polizeiinspektor Mick Bianchi.
► Doch die starken Regenfälle hatten auch ihr Gutes, sie brachten dem Trio lebenswichtiges Trinkwasser. „Der Vater stellte einen Plastik-Behälter auf und fing damit knapp 40 Liter Wasser auf“, erklärte Bianchi.
Die Polizei mobilisierte indes Anwohner und rief in den sozialen Netzwerken zur Hilfe bei der Suche auf. Doch die Hoffnung, die Familie zu finden, schwand mit jedem Tag.
► Am Sonntag, 15.30 Uhr, die erlösende Nachricht: Familie gefunden! Der Viehzüchter Tom Wagner hatte sich mit seinem Motorrad auf die Suche gemacht. Zu diesem Zeitpunkt aßen die drei gerade ihre letzten Stücke Brot.
Laut der Polizei geht es der Familie gut, Vater und Kinder wurden zur Sicherheit medizinisch untersucht.

Deutscher überlebt drei Wochen im Outback

 Ein Deutscher, der seit mehreren Monaten durch Australien wandert, verschwindet im Outback. Nach drei Wochen taucht er wieder auf, ist putzmunter - und berichtet über seine erstaunliche Überlebensmethode.
Die Polizei setzte Geländefahrzeuge und Hubschrauber ein, mehrere Freiwillige beteiligten sich - dennoch blieb die Suche nach einem Deutschen im australischen Bundesstaat Queensland erfolglos. Erst drei Wochen nach seinem Verschwinden wurde er von einem Autofahrer entdeckt und aus dem Outback zurück in die Zivilisation befördert, berichtet der australische Nachrichtensender ABC.
Die Familie in Deutschland habe sich vom Anruf der australischen Sicherheitskräfte wenig beeindruckt gezeigt. Der 26-Jährige habe schon häufig längere Wanderungen unternommen und sei dabei auf sich allein gestellt gewesen.
Tatsächlich wandert der Deutsche bereits seit mehreren Monaten durch Australien, meldete sich zwischendurch jedoch immer wieder bei der Polizei. Am 17. Februar riss der Kontakt plötzlich ab. Nach seiner Rückkehr berichtete der verloren gegangene Wanderer, er habe sich verirrt und sei zwischen zwei gefluteten Gebieten eingeschlossen gewesen. Er habe die Helikopter der Suchmannschaft zwar gesehen, wegen des dichten Baumbestandes habe er sich jedoch nicht bemerkbar machen können.
Bei seiner Rückkehr sei der Mann erstaunlich fit gewesen, berichtet die australische Polizei - obwohl er bei seinem Verschwinden lediglich eine Dose Bohnen und einen Müsliriegel bei sich getragen habe und wegen seiner Diabetes auf Insulin angewiesen sei. Seinen Trick erklärte der 26-Jährige nach seiner Rückkehr: Fliegen essen. "Er machte Witze darüber, dass man im australischen Outback nie Hunger bekomme, wegen der vielen Fliegen", zitiert ABC den leitenden Polizeiinspektor.
Die Wanderlust scheint ihm durch den Zwischenfall nicht verloren gegangen zu sein. Laut ABC will sich der junge Mann bald wieder auf den Weg machen. Er habe allerdings mit der Polizei vereinbart, auf den Straßen zu bleiben und nicht mehr quer durch die Landschaft zu laufen.

Koch überlebt drei Tage am Meeresgrund

 Lagos/Hamburg - Als virales Video geht sie um die Welt, die Rettung des Schiffskochs Harrison Odjegba Okene. Merkwürdig verzerrt klingt die Stimme des Bergungstauchers, der sich auf der Suche nach Todesopfern durch den Rumpf des gesunkenen Schleppers "Jascon 4" arbeitet. Da taucht im milchig-trüben Atlantikwasser plötzlich eine Hand auf - und packt nach den Fingern des erschrockenen Tauchers. "Er lebt! Er lebt!", schreit jemand im Kontrollraum.
Drei Tage lang hatte der Nigerianer Okene zuvor unbemerkt ausgeharrt, in 30 Metern Tiefe an Bord seines versunkenen Schiffes. Am Meeresgrund überlebte er, weil sich im Wrack eine Luftblase gebildet hatte. Es war eine Rettung, so unwahrscheinlich, dass heute viele von einem Wunder sprechen.
Ereignet hatte sich das Schiffsunglück bereits Ende Mai. Bei einem Einsatz vor der Küste Nigerias war die "Jascon 4" plötzlich gekentert und gesunken. Elf Besatzungsmitglieder starben - nur Okene konnte sich in eine Kabine retten, in der ein letzter Vorrat Atemluft gefangen war. Bekleidet nur mit einer Unterhose, betete er nach eigenen Angaben um ein Wunder.
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Tage später wurden Taucher der Bergungsfirma DCN Diving zu dem Wrack geschickt. Vier Tote hatten sie bereits aus dem Schlepper gezogen, als auf dem Monitor im Kontrollraum Okenes Hand auftauchte - und allen Beteiligten einen enormen Schrecken einjagte, wie Tony Walker sagt, der Projektmanager der Firma. Von DCN Diving stammt auch das Video, das die Rettungsaktion in voller Länge zeigt; erst sechs Monate nach dem Vorfall veröffentlichte das Unternehmen das Material. "Den Blutdruck möchte ich nicht haben"
Einer, der die Filmaufnahmen gesehen hat, ist Bernhard Messer, Geschäftsführer der Bergungsfirma Opus Marine in Hamburg. "Hammerhart" sei die Geschichte des Nigerianers, sagt er - und richtet sein Mitgefühl auch an den Taucher, nach dessen Hand der Schiffskoch gegriffen hatte: "Den Blutdruck möchte ich nicht haben!"
Theoretisch hoffe man bei Schiffsunglücken immer auf eine Luftblase, in der Menschen überlebt haben könnten, sagt der Bergungsexperte. "Aber es ist sehr unwahrscheinlich." Bemerkenswert an Okenes Fall sei vor allem die große Wassertiefe, in der der Nigerianer eingeschlossen war. Messer zufolge ist es das erste Mal, dass es bei einem solchen Unglück einen Überlebenden gibt.
Zugute kam dem Schiffskoch dabei womöglich das schnelle Durchkentern des Schleppers, der kopfüber in den Fluten des Atlantik versank. Die Wahrscheinlichkeit für eine Luftblase sei höher, wenn das Kentern zügig vonstatten gehe, sagt Messer. "Sie können das mal mit einem Zahnputzbecher in der Badewanne versuchen", empfiehlt er. "Je schneller Sie den Becher stürzen, desto eher bleibt Luft darin."
In Okenes Fall wurde diese allerdings enorm komprimiert: In 30 Metern Tiefe habe die Atemluft durch den Druck des umliegenden Wassers nur noch ein Achtel ihres normalen Volumens, sagt Messer. Überleben könne man damit trotzdem - kritisch sei eher die Wassertemperatur. Okene, der in Boxershorts auf seine Retter wartete, hätte demnach in Nord- oder Ostsee schlechte Chancen gehabt. "Drei Tage überleben Sie nicht in kaltem Wasser", sagt Messer.

Allein auf hoher See wie- ueberlebt man 28 Stunden schwimmend im Meer


Brett Archibald stürzt nachts von einem Schiff – der Beginn eines 28-stündigen Todeskampfs im Indischen Ozean, den der 51-jährige Südafrikaner nie hätte überleben dürfen. Die Geschichte eines realen Albtraums. Und eines wahren Wunders.
Am Morgen des zweiten Tages beschloss ich zu sterben. Es schien mir nach allem, was geschehen war, die beste Lösung. Ertrinken sei ein angenehmer Tod, hatte ich einmal gehört. Kurzer Todeskampf, dann würde ich das Bewusstsein verlieren und friedlich zum Grund des Ozeans sinken. So stellte ich mir das vor. Aus. Vorbei. Endlich. Ich glitt unter die Wasseroberfläche und saugte mit aller Gewalt Wasser in meine Lungen, ich spürte, wie sich mein Brustkorb füllte, alles brannte, meine Lungen, mein Hals, meine Nase. Jeden Moment, dachte ich, müsste ich jetzt bewusstlos werden. Ich wartete auf die Erlösung. Vergeblich. Ich bekam Panik, schoss aus dem Wasser, hustete, würgte, spuckte. Dann sah ich plötzlich ein schwarzes Kreuz über dem Wasser schweben. Und ich brüllte Gott an, dass es mir nun endgültig reiche mit seinem beschissenen, kranken Humor.
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Es sollte ein Abenteuer-Trip werden zu einem der besten Surfgebiete der Welt. Zehn Tage, neun Kumpel, Wellenreiten und Lagerfeuer, das war der Plan. Am 16. April waren wir in Padang, einer 800.000-Einwohner-Stadt im Westen der indonesischen Insel Sumatra angekommen. Unser Ziel: die Mentawais. Eine Kette kleiner tropischer Inseln, etwa 150 Kilometer vor der Küste Sumatras gelegen. Unter Surfern legendär. Es war mein dritter Trip dorthin, und wie immer begann er am Hafen von Padang, wo wir abends unser Charter-Boot, die „Naga Laut“, bestiegen. Wir würden in der Nacht die Mentawai-Straße durchqueren und am nächsten Morgen auf Siberut, der größten Insel der Mentawais, ankommen. Unser Abendessen holten wir uns noch am Hafen. Pizza. Mit Hackfleisch drauf. Ein verhängnisvoller Fehler.
Mitten in der Nacht, wir befanden uns auf hoher See, bekamen ich und fünf meiner Freunde fürchterlichen Brechdurchfall. Es war etwa 2.15 Uhr, als ich wieder eine Spuckattacke hatte. Dreimal hintereinander übergab ich mich heftig über die Reling. Mein Körper zitterte, ich spuckte nur noch Galle. Noch so eine Attacke, dachte ich, und ich kippe um. Meine nächste Erinnerung: Ich träume, dass mir meine Freunde Wasser ins Gesicht spritzen. Plötzlich wache ich auf, um mich herum Dunkelheit, glitzernde Luftblasen im Wasser, tauche nach oben – und sehe, wie die „Naga Laut“ davonfährt. Ich sah noch den indonesischen Mechaniker am Heck des Bootes sitzen. Er schlief. „Hey!“, schrie ich so laut, wie ich noch nie in meinem Leben geschrien hatte „Hey! Hey!“ Doch die „Naga Laut“ fuhr weiter. In gleichmäßigem Tempo, gnadenlos, unaufhaltsam.

Ich musste lachen - laut und hysterisch

Noch heute  frage ich mich, wieso ich damals und in all den Stunden, die noch folgen sollten, keine Angst spürte. Ich sah, wie sich die Lichter meines Bootes entfernten, blickte in den schwarzen Himmel und dachte: Gott, war es das? Werde ich jetzt und hier mit 50 Jahren, 9000 Kilometer von meiner Frau, meiner neunjährigen Tochter und meinem sechsjährigen Sohn entfernt sterben? Ich wusste, dass ich etwa 40 Kilometer von der nächsten Küste entfernt war, ich trug keine Schwimmweste, nur ein T-Shirt und Jeans-Shorts. Ich musste lachen. Laut und hysterisch. Aber schon bald kam diese völlige Ruhe über mich. Ich wusste, ich hatte die Wahl: Du kannst aufgeben oder versuchen zu überleben. Ich entschied mich fürs Überleben.

Rettung nach Erdbeben in EcuadorMann überlebt zwei Wochen in Trümmern

Fast zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben in Ecuador ist ein 72-jähriger Mann lebend aus den Trümmern gerettet worden. Rettungskräfte entdeckten Manuel Vásquez am Freitag in Jaramijó in der westlichen Provinz Manabí, wie die venezolanische Botschaft in Quito am Samstag mitteilte. Er hatte demnach in einem Zimmer eines teilweise eingestürzten Hauses ausgeharrt und die Retter durch Geräusche auf sich aufmerksam gemacht.

Der Mann wurde den Angaben zufolge sofort ins Krankenhaus gebracht. Größere Verletzungen hat er aber offenbar nicht erlitten. Er war den Angaben zufolge abgemagert und dehydriert und leidet zudem unter einer chronischen Nierenschwäche.
Das Beben der Stärke 7,8 hatte am 16. April weite Teile des Andenstaates erschüttert und große Zerstörungen angerichtet. Dutzende Nachbeben folgten. Bislang wurden 659 Todesopfer geborgen, 13 Menschen werden noch vermisst. Mehr als 4600 Menschen wurden verletzt.

Auf den Marshall-Inseln im Südpazifik ist ein Mann aufgetaucht, der behauptet, 13 Monate allein auf hoher See überlebt zu haben. Ist das überhaupt möglich? "Ja", sagt Abenteurer und Atlantik-Überquerer Rüdiger Nehberg alias Sir Vival.

Hamburg - Auf wackligen Beinen verlässt der bärtige Mann das Boot. Seine Füße sind geschwollen, die Haare hängen ihm wild ins Gesicht, in der Hand hält er eine Cola-Dose. Er winkt in die Kameras, scheint nicht eine Spur überrascht, die vielen Journalisten zu sehen. Schließlich hat er auch eine Geschichte zu erzählen, die irgendwo zwischen "Robinson Crusoe" und "Life of Pi" einzuordnen ist. 
José Salvador Alvarenga tauchte vergangene Woche auf dem Ebon-Atoll der Marshall-Inseln auf, rund 4000 Kilometer nordöstlich von Australien. Am Leib trug er lediglich eine zerschlissene Unterhose. 13 Monate habe er auf dem Ozean überlebt, erzählte er den Behörden. Allein, in einem sieben Meter langen Fiberglasboot und ohne Vorräte. Als er nun die Baumwipfel der Insel erkennen konnte, sei er an Land geschwommen.
Seine Odyssee habe Ende Dezember 2012 begonnen. Er sei Fischer und stamme eigentlich aus El Salvador. Seit 15 Jahren lebe er in Mexiko. Zusammen mit einem jungen Mann war er demnach rausgefahren, um Haie zu jagen. Doch auf dem Wasser versagte der Motor, die Männer wurden abgetrieben. Vier Wochen später sei der Jüngere gestorben. Mehr als ein Jahr später strandete der 37-jährige Alvarenga auf der Insel im Südpazifik.
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    Ein Jahr auf hoher See: Der Mann, das Meer und die Möwen
    Von Mexiko bis in den Südpazifik sind es rund 10.000 Kilometer. Sonne, Stürme und nicht zuletzt mangelndes Süßwasser lassen eine solche Reise sehr unwahrscheinlich erscheinen. "Er ist sicherlich in einer deutlich besseren Verfassung als man nach so einer Tortur erwartet hätte", sagte der US-Botschafter Thomas Armbruster dem Sender CNN. Und auch auf den Marshall-Inseln ist man vorsichtig. "Wir haben noch keine Gelegenheit gehabt, seine Geschichte zu verifizieren", sagte Außenminister Gee Bing dem australischen Sender ABC. Immerhin: Mexikanische Behörden bestätigten zumindest Namen und Herkunft des Mannes.
    Kann ein Mensch tatsächlich 13 Monate auf dem Meer überleben? Ein Anruf bei Extrem-Abenteurer und Menschenrechtsaktivist Rüdiger Nehberg alias Sir Vival.
    SPIEGEL ONLINE: Herr Nehberg, Sie haben selbst bereits mehrfach allein und ohne nennenswerte Ausrüstung den Atlantik überquert, unter anderem waren Sie mit einem Tretboot rund zweieinhalb Monate unterwegs. Halten Sie es für möglich, dass ein Mensch tatsächlich 13 Monate auf dem Meer überlebt?
    Nehberg: Ja, das tue ich. Dem Herrn kommt ja auch zugute, dass er ein erfahrener Fischer war. Als solcher weiß man, dass kein Ozean stillsteht. Man kommt immer voran und irgendwann hat man vielleicht Glück, auf Land zu stoßen.
    SPIEGEL ONLINE: Was ist auf hoher See die größte Herausforderung?
    Nehberg: Das Problem ist das Trinken. Regen ist überlebenswichtig. Es gibt viele Tricks ihn aufzufangen, auch wenn man keine Behälter hat. Zum Beispiel Kleidung und Textilien auslegen, damit sie das Wasser auffangen. Und es ist wichtig, dass man die Flüssigkeit, die man in seinem Körper hat, nicht vergeudet. Man neigt dazu, immer weiter zu trinken, wenn einem warm ist. Dabei ist es wichtig, nicht alles wieder auszuschwitzen. Gut ist, wenn man seine Klamotten oder Textilien nass macht und die Verdunstungskälte nutzt.
    SPIEGEL ONLINE: Herr Alvarenga gibt an, er habe sich von selbstgefangenen Schildkröten, Möwen und Fischen ernährt. Wenn er kein Regenwasser hatte, habe er auch deren Blut getrunken, um genügend Flüssigkeit zu bekommen. Das hört sich nicht so an, als könne man das ein Jahr aushalten.
    Nehberg: Das halte ich auch für falsch. Man bekommt aus den Tieren ja kein Trinkwasser, sondern eiweißhaltige Flüssigkeit. Davon kriegt man nach meiner Erfahrung einen klebrigen Mund und noch mehr Durst.
    SPIEGEL ONLINE: Und dass er ohne Angel die Tiere gefangen hat?
    Nehberg: Das stimmt allerdings. Wenn man so weit draußen treibt, dann ist man umringt von Fischen. Sie suchen Unterschlupf neben oder unter dem Boot. Man kann problemlos - allerdings mit viel Geduld - wie ein Reiher an der Bootskante lauern und einen Fisch schnappen. Manchmal springen sie sogar ins Boot. Ich hatte öfter fliegende Fische bei mir an Bord.
    SPIEGEL ONLINE: Herr Alvarenga sah nicht gerade abgemagert aus.
    Nehberg: Vielleicht hatte er Glück und war dick, als er hinaustrieb. Es geht ja zuerst ans Fett, dann an die Muskeln und irgendwann an die geistige Substanz. Aber nach drei Tagen stirbt das Hungergefühl, dann beruhigt man sich, kann wieder klarer denken.
    SPIEGEL ONLINE: Nun will er ja rund 10.000 Kilometer in dem kleinen Boot zurückgelegt haben. Muss er da nicht auf Stürme getroffen sein?
    Nehberg: Das ist das tolle an einem kleinen Boot, es reitet auf den Wellen. Ich hatte nie das Problem, dass eine Welle mich überrollt hätte. Diese überbrechenden Wellen gibt es meist erst, wenn das Wasser auf die Küste trifft. Aber auf hoher See tragen einen acht Meter hohe Wellen hoch und setzen einen wieder ab. Außerdem gibt es Ruhe- und Orkanphasen - vielleicht hatte er wirklich Glück, in keine Unwetterlage zu geraten.
    SPIEGEL ONLINE: Noch ein Anlass für Zweifel: Seine Haut sieht erstaunlich gut aus - dafür, dass er der Sonne so lange nur in Unterhose ausgeliefert war.
    Nehberg: Man würde in einer solchen Situation eigentlich stark verbrennen. Aber da er ja ein Schifflein hatte, konnte er dort Schatten suchen.
    SPIEGEL ONLINE: Seine Vitalwerte waren auch noch ganz passabel, nur sein Blutdruck war ein wenig niedrig bei seiner Rettung. Kann das sein?
    Nehberg: Ich finde das glaubhaft, er war ja ein Fachmann auf See. Ein Tourist wäre sicherlich vor Panik gestorben.
    SPIEGEL ONLINE: Also hängt alles vom Kopf ab?
    Nehberg: Das ist eine Konditionssache. Wenn der Körper nachlässt, geht nachher viel über die Psyche. Wer bei so einer langen Zeit die Nerven verliert, ist weg. Laien werden in einer solchen Situation oft nervös, regelrecht hysterisch. Da hilft es, wenn man ein gefestigter Charakter ist, ein Phlegmatiker, der denkt: Das wird schon. Außerdem hilft es, Pläne für die Rückkehr zu machen. An die Lieben daheim zu denken.
    SPIEGEL ONLINE: Und als geistiges Futter? Alvarenga sagt, er habe sich nie gelangweilt.
    Nehberg: Ich habe mich auch nie gelangweilt. Man hat immer zu tun, man beobachtet, man sieht die Fische. Es gibt was zu reparieren. Und man macht sich ständig Gedanken, wie man aus der Misere wieder rauskommt.

    Mit Material von AP