Mittwoch, 15. Februar 2017

Cereisen - Die wirkliche Bezeichnung für Feuerstähle

Auermetall, manchmal auch Cereisen genannt, ist der Name für verschiedene pyrophore Cer-Eisen-Legierungen. Sie wurden erstmals von Carl Auer von Welsbach hergestellt und im Jahr 1903 unter der Nummer DE 154807[1] zum Patent angemeldet. In der Patentschrift werden 70 % Cer zu 30 % Eisen als optimales Verhältnis angegeben.[2]

Auermetall I ist eine Legierung aus (gereinigtem) Cer und Eisen, aus der man leicht Funken schaben kann.

Auermetall II ist eine um das Element Lanthan bereicherte Cer-Eisen-Legierung, die einen besonders hellen Funken bildet.

Auermetall III entsteht durch Legieren von Eisen mit ungereinigtem „Cer“, das dem natürlichen Vorkommen entsprechend noch von anderen Seltenerdmetallen begleitet (vermengt) ist. Es wurde daher auch Erdmetall genannt und später in Auermetall III umbenannt.

Carl Auer von Welsbach wollte mit allen drei Varianten wirtschaftlichen Gewinn erzielen. Die beiden ersten konnten sich am Markt jedoch nicht durchsetzen, nur das einfacher herzustellende kostengünstigere Auermetall III fand weltweite Verbreitung als Zündstein in der Feuerzeugindustrie.

Früher wurde Feuer durch Funkenschlagen aus geeigneten Metallen (Eisenlegierungen, Markasit) mittels sprödem Feuerstein erzeugt. Wohl in Bezug darauf – nur den Zweck im Auge – wurde für die duktile Metalllegierung Cereisen der Begriff Zündstein eingeführt. Die entstehenden Funken werden durch das Spanen (das Abhobeln dünner Metallspäne) erzeugt, die durch die beim Spanen entstehende Reibungshitze so heiß werden, dass sie sich an der Luft entzünden und weißglühend verbrennen. Das Zündrädchen von Feuerzeugen – in Gasanzündern kann es auch ein Stäbchen sein – trägt hierfür feine Zähne aus gehärtetem Stahl, wie eine Feile, die von dem metallischen Zündstein die charakteristischen sofort aufglühenden Späne abtragen.

Dienstag, 14. Februar 2017

Mann überlebt 96 Stunden in der Wüste

Mann überlebt 96 Stunden in der Wüste
Erst ein drei Meter tiefer Sturz, dann vier Tage Durst und Schmerzen: Ein Kletterer hat trotz eines Beinbruchs in der Wüste des US-Bundesstaats Utah rund 96 Stunden überlebt. Zu seinem Trip hatte ihn ein Hollywood-Film inspiriert - in dem der Hauptfigur ähnliches widerfährt.
Salt Lake City - Die Geschichte klingt nach einem Film-Drehbuch. Vier Tage harrte ein 64-jähriger Wanderer in der Wüste im US-Staats Utah aus - bis ihn Rettung aus der Luft erreichte. Zuvor hatte er sich bei einem Sturz aus drei Metern Höhe das Bein gebrochen.
Die ursprüngliche Idee zu der Reise, die zum Horror-Trip wurde, hatte Amos Wayne Richards aus dem Action-Film "127 Hours": Darin steckt ein Kletterer tagelang in einem Canyon fest. Frei kommt er erst, als er sich selbst den Arm abtrennt.
Der Film, für den Hauptdarsteller James Franco eine Oscar-Nominierung kassierte, spielt im Canyonlands Nationalpark - genau dorthin zog es am 8. September auch Kletter-Fan Richards. Er wollte die Route des Films nachgehen. Doch Richards stürzte ab und verletzte sich schwer. Ein Problem: Er hatte sich die Schulter ausgekugelt und das Bein gebrochen. Ein noch größeres Problem: Niemand wusste von Richards' Trip, weder Familie noch Park-Leitung. Und in der abgelegenen Gegend funktionierte das Mobiltelefon nicht.
Auf Rettung konnte er also nicht hoffen, also blieb nur die radikale Selbsthilfe. "Es dauerte drei oder vier Minuten, bis ich die Schulter wieder eingerenkt hatte", berichtete Richards dem Sender WBTV in seinem Heimatstaat North Carolina. "Als das erledigt war, bin ich aufgestanden und merkte, dass mein Knöchel weh tut."
Richards handelte fahrlässig - und überlebte nur mit Glück
Die Schmerzen waren zu stark um das Bein zu belasten, also machte er sich auf allen Vieren auf den Weg. Zwei Energieriegel waren Richards einzige Nahrungsquelle, immer wieder sammelte er Regenwasser in seiner Trinkflasche.
Meter für Meter robbte Richards voran, dabei orientierte er sich an den Fußspuren seines Hinwegs. "Mein GPS-System hat mir zusätzlich bei der Orientierung geholfen", erinnert er sich.
Einen Tag nach dem Unglück entdeckten Mitarbeiter der Parkleitung das verlassene Lager, zwei Tage später wurde auch sein Auto gefunden. Erst einen weiteren Tag später, dem vierten seit Richards Absturz, konnte ihn ein Rettungshubschrauber orten. Richards hatte den Bergungstrupp mit dem Blitz seiner Kamera auf sich aufmerksam gemacht.
"Wir führen öfter Rettungsaktionen durch. Aber normalerweise wissen wir, wen und wo wir suchen müssen", sagte Denny Ziemann, Ranger im Canyonlands-Nationalpark. Richards, der wegen des Beinbruchs und Dehydrierung im Krankenhaus behandelt werden musste, habe sich extrem fahrlässig verhalten. Niemals dürfe man sich allein in derart gefährliches Terrain begeben.
Zudem seien immer die Park-Offiziellen vorab zu informieren. Dass Richards die Aktion überlebt habe, sei pures Glück gewesen, so Ziemann weiter.
Richards erholt sich derzeit in North Carolina von den Strapazen. Die Verletzungen würden ihn vorerst von ähnlich riskanten Trips abhalten, so der 64-Jährige. Aber immerhin hat er eine filmreife Geschichte zu erzählen.