Samstag, 10. Juni 2017

Frau überlebt fünf Tage in der Wüste

Gefährlicher Navi-Weg
Frau überlebt fünf Tage in der Wüste

Mit nur leichten Blessuren ist eine junge Frau in den USA dem Tod entkommen. Eigentlich wollte sie nur einen Ausflug zu einem Wanderpfad am Grand Canyon machen. Doch weil sie ihrem Navigationsgerät vertraute, musste sie ums Überleben kämpfen.

Amber VanHecke, eine Studentin aus dem US-Bundesstaat Texas, hat fünf Tage in der Wüste des Grand Canyon überlebt. Die 24-Jährige wollte ursprünglich einen Roadtrip von Dallas zum Havasu Falls Trail, einem Wanderweg im benachbarten Arizona machen. Doch da kam sie nie an.

Ausgestattet mit einer Matratze im hinteren Teil ihres Ford-SUV und ein wenig Proviant fuhr sie am 10. März los. Auf Facebook erzählte sie kurz vor der Fahrt von ihrem Vorhaben und postete Bilder in ihrem umgebauten Auto. Den Weg ließ sie sich von einem Google-Navigationsgerät diktieren. Als sie nur noch Benzin für 112 Kilometer hatte, führte das Navi sie auf einmal auf einen Schotterweg.

Nach 65 Kilometern sollte sie eigentlich wieder auf eine asphaltierte Straße kommen. Dort wollte VanHecke dann auch tanken. Doch nach etwa 55 Kilometern zeigte ihr Navi an, sie solle nach links auf eine Straße abbiegen, die aber nicht zu erkennen war. Trotz Misstrauen bog sie ab. "Ich dachte, ich würde die Straße gleich erkennen. Dann wurde es dunkel. Plötzlich stand ich vor einem Zaun ohne Straßenschilder", erzählte sie nach ihrer Rettungsaktion auf Facebook.

Das Benzin ging aus

Nachdem ihr GPS und ihr Handysignal auch nicht mehr funktionierten, geriet die Studentin in Panik. "Mein Tank war leer und ich habe mich dann dazu entschieden, neben einem runden Silo zu parken um bis zum nächsten Morgen abzuwarten", erklärt VanHeck. Doch dann begann der Horror-Trip erst richtig.

Weil ihr Proviant zur Neige ging, ernährte sie sich die darauffolgenden fünf Tage nur von getrockneten Früchten und Nüssen. Mit Steinen legte sie ein drei Meter großes "SOS"-Zeichen auf den Boden um auf sich aufmerksam zu machen. Später dann noch ein neun Meter großes "HELP"-Zeichen. Ihren Wasservorrat teilte sich in Rationen auf. Der britischen Zeitung "Daily Mail" erzählte sie später, sie habe einmal, als die Sonne in den Mittagsstunden ohne Erbarmen auf ihr Auto knallte, auf ihrem Amaturenbrett "Ramen" Nudeln gekocht.

An einem Tag fuhr ein Lastwagen an ihr vorbei, doch der sah das hinter dem Silo stehende Auto und ihre Zeichen offenbar nicht. Sie bemerkte es zu spät und schaffte es nicht rechtzeitig auf die Straße zu rennen. Danach baute sie eine Barrikade um mögliche Autofahrer abzufangen und stellte sie auf die Straße.

Rettung in letzter Sekunde

Die Sonne brannte sich in ihre Haut, ihre Haut war schnell von Brandblasen übersät. Ihr Wasservorrat war fast aufgebraucht. Nach fünf Tagen entschied sie selbst aktiv zu werden und lief Richtung Osten um ein Handysignal zu empfangen.

Nach 17 gelaufenen Kilometern schaffte sie es den Notruf zu erreichen. Doch nach nur 47 Sekunden brach die Verbindung ab, ohne dass VanHeck ihre genauen Koordinaten durchgeben konnte. Die Rettung klappte trotzdem. Dank ihrer Zeichen konnte ein Hubschrauber sie tatsächlich finden.

Doch der misslungene Roadtrip wurde teuer: Per Crowd-Funding versucht die 24-Jährige gerade das Geld für den Helikopter-Einsatz wieder reinzubekommen. Ansonsten gehe es ihr gut. Mit rotem Gesicht und schmerzenden Füßen erzählte sie im Morgenmagazin des US-Senders "ABC" von ihrem lebensgefährlichen Abenteuer. Auf einem Foto, das einen Tag nach der Rettung aufgenommen wurde, konnte die Studentin schon wieder lächeln