Egal, ob Flut oder Godzilla Immer vorbereitet für den Weltuntergang

In Deutschland rückten sie zuletzt in den Fokus der Öffentlichkeit - allerdings hauptsächlich aufgrund von Überschneidungen, die es teils mit Reichsbürgern und Rechtsextremisten gibt. Auch in den USA wird vielen Preppern eine Nähe zu rechten Verschwörungstheoretikern nachgesagt. Die Szene ist jedoch in beiden Ländern nicht homogen. Viel Aufmerksamkeit gibt es in den USA für schrullige Figuren, deren ausufernde Vorbereitungen in Fernsehsendungen gezeigt werden, und Millionäre, die sich luxuriöse Verstecke an geheimen Orten bauen.
Prepper sind aber auch ganz gewöhnliche Menschen wie Charles. Ihm geht es nach eigener Aussage um Fitness und mentale Vorbereitung - und darum, mit unerwarteten Situationen klarzukommen. "Hast du die Fähigkeiten, um in der freien Natur zu überleben, weg von deiner Wohnung in der Stadt? Kannst du dich mitten im Wald verstecken? Kannst du dir einen Unterschlupf bauen? Kannst du Feuer machen und Wasser filtern?", sind dabei zentrale Fragen, sagt der 41-Jährige. Es ist für ihn ein Hobby und zugleich auch eine Versicherung.
Der gebürtige New Yorker organisiert Veranstaltungen, bei denen man lernen kann, sein Heim auf eine Katastrophe vorzubereiten. Auf seinen Wochenendtrips simuliert er für die Teilnehmer Notfall-Szenarien. Wie viele Prepper es in den USA gibt, ist unklar. Nach Katastrophen sei aber zu beobachten, dass sich schlagartig mehr Menschen auf jedweden Notfall vorbereiten wollten, sagt Jeffrey Schlegelmilch, Vize-Direktor des Nationalen Zentrums für Katastrophenbereitschaft an der Columbia-Universität. Sogenannte Disaster Kits werden zu Verkaufsschlagern. Diese fertig zusammengestellten Ausrüstungen, die für den Ernstfall wappnen sollen, werden in zahlreichen Varianten im Handel angeboten. Dabei gebe es keine Beweise für ihren Nutzen, so Schlegelmilch.

Unabhängig "vom System"

Was sind "Prepper"? "Prepper" (von englisch, to be prepared, vorbereitet sein) sind Menschen, die sich auf den Zusammenbruch der gegenwärtigen Ordnung, sei es durch Krieg oder Naturkatastrophen vorbereiten. Sie legen Vorräte an und trainieren Überlebensstrategien ohne Elektrizität und andere moderne Annehmlichkeiten. Nicht alle "Prepper" sind Rechtsextreme, doch fordern etwa die "Reichsbürger" ihre Anhänger auf, "Prepper" zu werden.
Eine andere Komponente, die im Gegensatz dazu erwiesenermaßen nützt: soziale Verbindungen wie beispielsweise Hilfe unter Nachbarn. Diese könnten genauso wichtig oder sogar wichtiger sein als Ausrüstungen und Vorräte, erklärt er. Die Prepperin Inshirah Overton sieht das ähnlich. "Viele Prepper sind Marlboro-Männer", sagt die 39 Jahre alte Anwältin und spielt auf den einsamen Cowboy aus der Zigaretten-Werbung an. Sie glaube nicht an diese Einstellung nach dem Motto: "Ich brauche nichts und niemanden". "Prepping" habe immer auch mit anderen Menschen zu tun. Ihr sei es immer auch um ihre Familie gegangen.
Während der Finanzkrise 2008 wurde sie zur Prepperin. Als ihre Firma einen Einstellungsstopp verkündete, entschied sie, unabhängiger "vom System" zu werden. Nun nimmt die Juristin an Treffen teil, die sich gezielt an weibliche Prepperinnen richten. Die Themen reichen vom Herstellen eigener Seife bis zur Zusammenstellung einer frauenfreundlichen Ausrüstung für den Fall einer schnellen Flucht. Weder Charles noch Overton bereiten sich nach eigenen Angaben auf eine spezifische Katastrophe vor. Welcher Natur ein Extremfall wäre, spielt nach Ansicht von Schlegelmilch auch keine Rolle: Entweder man sitze zu Hause fest und brauche Vorräte, oder man müsse einen Fluchtweg finden. "Es ist egal, ob es eine Flut ist, ein Feuer oder ein Angriff von Godzilla - man bereitet sich auf die Auswirkungen der Katastrophe vor."
Zu einer Obsession, die ihr Leben bestimmt, will Overton "Prepping" nicht werden lassen. Sie wolle eigenständig sein und neue Fähigkeiten lernen. Am Ende ihres Lebens will die Anwältin nicht enttäuscht sein, falls der Vorfall, auf den sie sich vorbereitet, niemals eintritt. "Habe ich einfach nur Bohnen und Munition gelagert und ängstlich in einem verrückten Zustand gelebt? Nein. Ich will bis dahin ein gutes, vergnügliches, glückliches Leben haben."

Was sind "Prepper"? "Prepper" (von englisch, to be prepared, vorbereitet sein) sind Menschen, die sich auf den Zusammenbruch der gegenwärtigen Ordnung, sei es durch Krieg oder Naturkatastrophen vorbereiten. Sie legen Vorräte an und trainieren Überlebensstrategien ohne Elektrizität und andere moderne Annehmlichkeiten. Nicht alle "Prepper" sind Rechtsextreme, doch fordern etwa die "Reichsbürger" ihre Anhänger auf, "Prepper" zu werden.

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